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Publikationsprogramm

Zwischen Wissenschaft, Essay und Dokumentation – kulturwissenschaftliche Publikationen

 

Das Publikationsprogramm von Kalden-Consulting versammelt kulturwissenschaftlich geprägte Arbeiten mit unterschiedlichen thematischen und methodischen Zugängen. Im Zentrum stehen Fragestellungen rund um Alltag, Gesellschaft und historische Entwicklungen, die aus wissenschaftlicher wie auch essayistischer Perspektive beleuchtet werden.

 

Die Veröffentlichungen reichen von fundierten Studien über essayistische Annäherungen bis hin zu dokumentarischen und künstlerischen Beiträgen. Inhaltlich spannen sie einen Bogen von regionaler Kultur und Erinnerung über interkulturelle Zusammenhänge bis hin zu individuellen und gesellschaftlichen Ausdrucksformen. Dabei umfasst das Programm  sowohl eigene Arbeiten als auch Publikationen externer Autorinnen und Autoren. Es versteht sich als offenes Forum für unterschiedliche kulturwissenschaftliche Perspektiven und Zugänge aus Wissenschaft, Praxis und kulturellen Kontexten.

 

Die Publikationen sind über externe Vertriebspartner verfügbar. Sie werden beim Anklicken eines Titels direkt zum jeweiligen Anbieter weitergeleitet, wo Sie das Buch sicher erwerben oder herunterladen können.

 

 

Die Philipps-Universität Marburg und ihre Studentenschaft im Jubiläumsjahr 1927

 

Autor: Zinn, Holger

 

War die Philipps-Universität Marburg bis 1866 eine kleine Provinz-Universität mit nur wenigen Studenten, entwickelte sie sich in den Folgejahren zu einer stattlichen Hochschule, die bereits im Sommersemester 1886 ihren 1000. Studenten begrüßen konnte. Und der Zustrom hört nicht auf: Im Laufe der Jahre stieg die Studentenzahl dann bis auf über 4000 am Ende der Weimarer Republik.

 

Einen ähnlich schwunghaften Anstieg nahm die Zahl namhafter Wissenschaftler, die in preußischer Zeit an der Philipps-Universität Marburg lehrten oder aus den Reihen ihrer Studenten hervorgingen. So kann der Universität Marburg für die Jahre der Weimarer Republik attestiert werden, dass sie zahlreichen Wissenschaftlern von Weltruf eine Heimat bot. Das wohl wichtigste Ereignis in der neueren Geschichte der Philipps-Universität stellt das 400. Universitätsjubiläums im Jahr 1927 dar, da es bis dato der Höhepunkt der qualitativen und quantitativen Entwicklung der Marburger Universität war. Zu den Feierlichkeiten waren deshalb nicht nur alle wesentlichen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur in großer Zahl in Marburg zugegen, sondern auch zahlreiche ehemalige Studenten, so dass die im Sommersemester 1927 durchgeführten Feierlichkeiten, bei denen deutlich mehr Besucher als Einwohner in der Stadt waren, weltweit Beachtung gefunden haben. Wie diese Feierlichkeiten stattgefunden haben, lässt sich in den umfangreich vorliegenden Publikationen offizieller Stellen und aus der überregionalen und lokalen Presse leicht nachvollziehen. Was jedoch regelmäßig vergessen wird, sind die Studenten und die Rahmenbedingungen ihres Lebens und ihres Studiums sowie ihr politisches Engagement in der kleinen Universitätsstadt an der Lahn.

 

Die vorliegende Publikation beschreibt deshalb die Lebensumstände der Studentinnen und Studenten, hochschulpolitische Auseinandersetzungen, welche die Marburger Studentenschaft um 1927 bewegten, das Engagement der Studierenden während der Festlichkeiten und die Veränderungen der universitären Infrastruktur, die durch den preußischen Staat ermöglicht wurden. Insgesamt kann das bisher letzte große Universitätsjubiläum im Sommer 1927 für Marburg und seine Universität als ein wesentlicher Meilenstein der städtischen und universitären Entwicklung gesehen werden, denn die Jahre um 1927 waren von einem Wachstum zur Massenuniversität und von der Politisierung des Studentenlebens gekennzeichnet, sowie erinnern noch zahlreiche Bauwerke, Einrichtungen und Institute an die Zeit.